Die Aufgabe der Lernbegleitung in der Führungsentwicklung
Lernbegleiterinnen und Lernbegleiter lassen sich in der Führungsentwicklung auf eine Gratwanderung ein. Sie nehmen im Unterschied zu anderen Lehr- und Trainingsformen weder die feste Rolle eines Referenten und Dozenten oder eines Trainers ein, noch die eines Moderator oder Berater. Sie sind - je nach Situation und Lernstand der Gruppe - mal das eine, mal das andere.
Ihre Aufgabe läßt sich treffend mit dem Wort "los-halten" beschreiben: Sie halten die Lerngruppe bisweilen und gleichzeitig lassen sie die Einzelnen und die Lerngruppe immer wieder los, damit diese ihre eigenen, zum Lernen notwendigen Erfahrungen machen können. Nicht unähnlich der Aufgabe eines Coachs ist ihre Kernaufgabe die Gestaltung eines subtilen Spiels zwischen Führen und Folgen.
Im Laufe der Führungsentwicklung treten sie immer stärker in den Hintergrund und konzentrieren sich immer mehr darauf, Verhaltensmuster, Konflikte und defensiven Routinen der Einzelnen wie der Gruppe anzusprechen und deren Bearbeitung zu ermöglichen. Sie schaffen Reflexionsmöglichkeiten, mit denen sich die Lerngruppe selber beobachten lernt.
Im Blick auf die Führungskultur einer Organisation achten die LernbegleiterInnen darauf, ob die in einer Organisation geforderten Leadership-Kompetenzen sowie die dort gewollte Führungskultur und Haltung in der gemeinsamen Lernsituation gelebt werden. Der für eine Organisation geltende kulturelle Rahmen bietet den LernbegleiterInnen eine exzellente Gelegenheit, verkündete Führungstheorie und gelebte Führungspraxis gegenüber zu stellen und zu bearbeiten.
In der Führungsentwicklung sind die Lernbegleiter Garant für die Qualität des Lernens und die Verbindung von individuellem, Team- und organisationalem Lernen.




