Die persönliche Vision: einzigartig und inspirierend!
Vision als eine mit Leidenschaft angestrebte Zukunft hat die Kraft, die Kompetenzen einer Führungskraft zum Tragen zu bringen. Damit werden Potenziale auf verschiedenen Ebenen erschlossen. Was es dazu allerdings braucht: Zwischenräume zum Nachdenken!
Die Kraft der persönlichen Vision
Was braucht es überhaupt zum vorwärts kommen, zum sich selbst bewegen, ein Team bewegen? Es braucht eine Vorstellung von Zukunft, zu der ich ja sagen kann. Zukunft, die mich selber begeistert, wo ich eine Erfüllung sehe, die auch Unwesentliches ausschliesst. Der Mensch als Führungskraft definiert sich nicht nur per Einkommen, Status und Macht. Er sucht als ganzheitlicher Mensch eine übergeordnete Bedeutung und Sinnhaftigkeit im Leben. Die Klarheit und Überzeugung einer persönlichen Vision befähigt Führungskräfte in schwierigen Zeiten zentriert ihre Aufgaben zu bewältigen. Führungskräfte, die nicht über klare Vorstellungen (Vision) verfügen, sind in Veränderungsprozessen orientierungsloser und können ihr Potenzial weniger entfalten. Ängste und Unsicherheiten blockieren ihr Handeln und sie haben mehr Schwierigkeiten, Mitarbeitenden eine Ausrichtung zu vermitteln und sie zu begleiten. Im Innersten verfügt jeder Menschen über eine Vision. Es braucht hohe Selbstverantwortung und manchmal auch Mut, sie anzuerkennen. Die Umsetzung der persönlichen Vision fordert den Menschen heraus, seine Fähigkeiten und Möglichkeiten zu hinterfragen und neu auszuloten.
Inspirieren statt motivieren
Aus der persönlichen Vision heraus entsteht das innere Feuer. Menschen mit dem „feu sacré“ inspirieren andere und stehen mit Hingabe und Leidenschaft für ihr Tun und Wirken ein. Sie nähren das innnere Feuer mit dem Glauben an ihre Vision und dem darauf ausgerichteten Tun. Solche Führungskräfte sind für ihre Mitarbeitenden vertrauenswürdig und authentisch. Wenn wir die Theorien und Modelle beiseite legen, die auf dem Gebiet der Menschenführung erdacht wurden, dann bleibt eine Eigenschaft, die den Kern überragender Führungsqualitäten bildet. Was machen grosse Führungspersönlichkeiten? Sie inspirieren, sie begeistern! Was hat Menschen dazu gedrängt, sich mit Leidenschaft den Visionen von Konfuzius, Mahatma Ghandi, Mutter Theresa, Martin Luther King oder Nelson Mandela zu widmen? Sie waren inspiriert – weit mehr als nur motiviert. Wir wissen, dass Martin Luther nicht gesagt hat „Ich habe eine Strategie!“ Er rief: „Ich habe einen Traum.“ Diese Führungspersönlichkeiten haben die Herzen und Seelen der Menschen erreicht und berührt – und sie dadurch bewegt. Sie mussten nicht mit Motivationskonzepten und Qualitätssicherungssystemen führen. Sie lebten ihre Überzeugungen, Träume und Visionen als inspirierende Vorbilder.
Die Kraft der Unternehmensvision
Inspiration und Begeisterung sind Zustände, die wir uns alle wünschen. Menschen und Teams, die inspiriert und begeistert sind, bewegen sich auf einer anderen Ebene. Sie sind äusserst effektiv. Erfolgreiche Unternehmen verfügen über eine bewegende und sinnstiftende Vision. Das genügt aber nicht. Peter Senge und sein Team vom MIT,USA, haben mit der Beschreibung der 5 Disziplinen einen grossen Beitrag zum Verständnis der „Lernenden Organisation“ geleistet. Die Personal Mastery (Persönliche Könnerschaft) erkundet als Kerndisziplin u.a. die persönliche Vision der einzelnen Führungskraft. Erst das Zusammenwirken der persönlichen Vision mit der Unternehmensvision, und das permanente Hinterfragen der mentalen Modelle der Organisation und der Arbeit in Teams ermöglicht das Erschliessen von Synergien und Potenzialen mit Hebelwirkung.
Führung als Begegnung
Das Studium von Führungsstilen hat uns dazu gebracht, dass wir viel Energie auf Aspekte wie „Führung gemacht werden soll“ verwenden, also auf die Mechanik – statt auf die Essenz des Führens. Oder bildlich gesprochen auf die technischen Daten des Sonnenuntergangs statt auf die Freude, die Schönheit und das Erleben des Sonnenuntergangs. Viele Trainingskonzepte für Führungskräfte sind auch heute noch auf das Beherrschen von Werkzeugen und Führungsinstrumenten ausgerichtet. Das wichtigste Werkzeug bleibt jedoch „der Mensch“. Albert Schweitzer schrieb: “Wenn Du Menschen führen willst, musst du an sie glauben.“ Und das heisst für die Umsetzung: wenn eine Führungskraft an die Menschen glauben will, muss sie an sich glauben. Und wenn sie an sich glauben will, muss sie das eigene innere Feuer kennen, die tieferen Wünsche und Sehnsüchte – eine Ahnung haben vom eigenen Potenzial. Wir legen als Beratergruppe darum viel Wert auf Menschenbildung und Selbsterkenntnis als Grundlage für Führungslernen. Das Erkennen der persönlichen Vision schliesst das Erkunden von Mustern und mentalen Landkarten ein. Wir unterstützen die Führungskräfte, ihre Führungsbeziehungen zur Erreichung von festgelegten Zielen wirkungsvoll zu gestalten. Die Zusammenarbeit mit mutigen und innovativen KMU’s und international tätigen Grossunternehmen hat uns gezeigt, dass Nachhaltigkeit von Führungslehrgängen vor allem durch die Menschen wirkt und weniger über Instrumente. Es hat sich für alle Seiten immer wieder gelohnt, sich der Werte und Überzeugungen bewusst zu werden und diese konsequent in Unternehmensstrategien und Entwicklungsprogramme einfliessen zu lassen.
Zum Denken braucht es Musse
Wir leben auf der Überholspur. Der Geschwindigkeitswahn lässt uns im beruflichen wie im privaten Umfeld vorwärtshetzen und ausbrennen. Die vielen Mergers, Acuisitions und andere Reorganisationen produzieren Konkurrenzdruck, Geschwindigkeitsdruck, Anpassungsdruck! Wozu also Reflexion? Wir sind überzeugt, dass nur durch das kontinuierliche Nachdenken über das eigene Führungsverhalten, durch Lernen mit „sharing best practice“, durch Lernen aus Fehlern, durch Standortbestimmungen, die auch das innere Feuer und die persönliche Vision nähren, Führungskäfte über längere Zeit ihr Bestes geben können. Innehalten und Reflektieren lässt uns paradoxerweise schneller werden: wir sind entscheidungsfreudiger, wir kommunizieren klarer, wir leiten Besprechungen effizienter, weil wir uns auf das Wesentliche und auf die Ziele konzentrieren können. Für diese Klarheit und Fokussierung braucht es aber in den Unternehmen Zwischenräume fürs Nachdenken und gemeinsame Lernen. Führungkräften und Mitarbeitenden sollten solche Reflexionsinseln noch mehr zur Verfügung gestellt werden. Reflexionsinseln können innerbetrieblich und ausserbetrieblich sein: Dialoggruppen, Coaching Circles, Wertschöpfung durch Wertschätzung, Kollegiale Beratung, Rat der Weisen, Bewegte Retreats in der Natur, Klausuren. Was kann auf diesen Inseln stattfinden? Denken, Lernen durch best practice und Lernen aus Fehlern, Begegnungen in echten Dialogen, Entstehen lassen von Neuem, Zukunft „vorwegdenken“ usw. Und nicht zuletzt werden in diesen kreativen Pausen die persönlichen Visionen gefunden. Dies alles ist letztendlich Nahrung für inspirierte Menschen, Teams und Unternehmungen.




